9. Internationale Konferenz für Militärsteuerverweigerung und Friedenssteuerinitiativen

Kongo

An den

WDR

NDR

SDR

z.H. des Herrn Intendanten 10.09.02

Betr.: Bitte um Unterstützung des Aufbaus eines pazifistischen Rundfunks in Westafrika

Sehr geehrte Damen und Herren vom Fernsehen und vom Rundfunk,

wir sind hier über 100 Personen aus drei Kontinenten und 15 Ländern versammelt bei der 9. Internationalen Konferenz für Militärsteuerverweigerung und Friedenssteuerinitiativen, einer angesichts des geplanten Schlages gegen den Irak besonders aktuellen Initiative.

Wir unterstützen das Anliegen unseres Konferenzteilnehmers Dieudonne Bwelongo-Kambilo (wohnwhaft: An der Freiheit 9, D-44575 Castorp-Rauxel, Tel.: 0179 565 76 49).

Er ist anerkannter Asylbewerber wegen seines mutigen Eintretens für allgemein anerkannte Rechte gegen über dem Präsidenten seines Heimatlandes Kongo-Kinshasa (früher Zaire). Als persönliche Folge davon fand er sich im Privatgefängnis des Präsidenten gefesselt wieder. Die Flucht gelang ihm, aber sein Heimaturlaub bleibt ihm verschlossen. Hier nun sein Projekt, mit dem er seinem Kontinent Afrika doch auf dem Umweg über Senegal oder Benin wieder nützlich sein will.

Als echter Sohn seiner Erde leidet er unter der Ignoranz, die vom Analfabetentum des Grossteils der Afrikaner genährt wird. Wer lesen kann sich möglicherweise eine Zeitung nicht leisten.

Afrikas Kultur ist oral und das Medium, das die Massen immer erreichen wird, ist die Radioansprache in der Regionalsprache.

Anbei genauere Informationen - ökologische, ökonomische, ethnische, pazifistische, pädagogische, politische.

Deshalb möchten wir Sie herzlich bitten zu prüfen, ob Sie evtl. veraltetes Gerät zum Betreiben einer kleinen Radiostation im Senegal oder Benin zur Verfügung stellen könnten. Wenn möglich kostenlos oder zu einem günstigen Preis.

Bitte wenden Sie sich an Dieudonne Bwelongo-Kambilo

An der Freiheit 9

44575 Castrop-Rauxel

Germany

Tel.: 0179 56 57 497

Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank im Voraus

Ilse Staude Lutz E. Bohr

Vorschlag für ein pazifistisches Entwicklungsprojekt in Afrika

  1. Titel des Projekts:

    „Unterstützung des Aufbaus eines pazifistischen Rundfunks“

  2. Teilbereiche des Projekts:
    • Freiwillige Rückkehr und wirtschaftliche Wiedereingliederung in Afrika mit dem Ziel der Festigung, der Konfliktvermeidung durch pazifistische Mittel und Pressefreiheit.
    • Einführung von Begriffen der Kultur, des Friedens, der Gewaltfreiheit, mit inbegriffen die anhaltende Umweltentwicklung.
  3. Lage des Projekts:

    Diese Rundfunkstation soll in COTONOU / Benin oder Senegal (Westafrika), in einem ländlichen Milieu aufgebaut werden.

    Die Wahl dieses Landes ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass es die Liste der demokratisch fortschrittlichen Länder Afrikas anführt, vor allem aber darauf, dass sich dort die Freiheit der gesprochenen und geschriebenen Presse in Aufschwung befindet.

  4. Für das Projekt verantwortliche Person, Titel und Kontaktadresse:

    Herr Dieudonne Bwelongo-Kambilo

    INITIATOR-KONZEPT-PROJEKTES

    An der Freiheit 9

    44575 Castrop-Rauxel

    Germany

    Tel.: 0179 565 74 97

  5. Die am Projekt Interessierten:

    Alle an unserem Rundfunk interessierten Zuhörer, die den unterschiedlichen Empfindsamkeiten der zahlreichen afrikanischen Länder entstammen.

    Diese Nutzniesser werden immer in alle Stadien der Projektausführung miteinbezogen, ohne jegliche Diskriminierung.

  6. Behörden der Zusammenarbeit in Afrika:

    Unser Rundfunk wird mit nationalen Räten nicht-staatlicher Organisation ebenso wie mit pazifistischen Vereinigungen und solchen zur Verteidigung von Menschenrechten, die aus den verschiedenen Ländern Afrikas hervorgehen, zusammenarbeiten.

  7. Motivation für das Projekt:

    Dieudonne ist Lehrer, Entwicklungsexperte und Radiosprecher aus dem Kongo/Zentralafrika - im Exil.

    Er ist anerkannter Asylbewerber in Deutschland und er arbeitet als Radiosprecher im Radio Libertaire in Paris. Er benötigt kein Geld, sondern eine ausrangierte Radio-Senderausrüstung, die er in Afrika aufbauen will, denn er ist ein Asylant, der in seiner Heimat etwas bewirken will! In Afrika ist unendlich viel zu tun, bei einer mehrheitlich analfabetischen Bevölkerung und diejenigen, die lesen können, sind vielleicht nicht in der Lage, sich eine Zeitung zu kaufen. Deshalb das Radio als Kommunikationsmittel zur politischen, ökologischen, ethnischen, pazifistischen und konfliktvermeidende, agrarwirtschaftlich technischen, hygienischen, religiösen Bildung der Massen.

  8. Ziele des Projektes:
    • Ein Bewusstwerden und den Wunsch entstehen zu lassen, Zugang zu haben zu Begriffen der Friedens- kultur und Gewaltfreiheit zum Wohle der afrikanischen Gemeinschaften.
    • Bestimmten Individuen das Selbstvertrauen wiedergeben, die, erfasst von Verzweiflung und Enttäuschung, Zuflucht suchen im Alkoholismus, in Ausschweifungen und Drogensucht als einem ungeeigneten Mittel der Resignation und der Auflehnung.
    • Kleine Beschäftigungen erschaffen, die Einkünfte erzeugen.
    • Aufmerksam machen auf Gesetze, die von 1938 an in Europa, ganz besonders aber 1948 in Südafrika von Präsident Malan erlassen wurden (Rassentrennung.)
    • Mit Informationen gegen die Landflucht und die Auswanderung kämpfen.
    • Über Informationen in ganz Afrika die Konzepte und Ideale der folgenden Organisationen verbreiten:
      • NETZWERK FRIEDENSSTEUER,
      • DIAKONISCHES WERK,
      • HCR,
      • OMI,
      • PNUD,
      • UNESCO,
      • UNICEF,
      • EUROPÄISCHE GEMEINSCHAFT (EU),
      • Europäisches Parlament,
      • Organisation der Einheit Afrikas,
      • CDEAO,
      • FAO,
      • vor allem WRI (Internationale der Kriegsdienstgegner),
      • WDR,
      • NDR,
      • SDR.
  9. Technische Aspekte und Unterhaltung des Rundfunks:

    Um das Rundfunkprojekt zu starten und eine reibungslose Funktion zu gewährleisten, werden benötigt:

    • Mikrophone
    • ein Mischpult
    • Anlagen zum Abspielen von Musik
      • Plattenspieler für Venyl-Schallplatten
      • CD-Player
      • Tonbandgeräte und Kassetenrecorder
    • ein Sender (oder eine Gesellschaft, die sich mit der Übertragung befasst)
    • eine Verbindung zwischen Mischpult und Sender
    • Fax und Telefon
    • ein Tisch und Stühle für Animateur und Gäste
    • viele Kabel, um alles miteinander zu verbinden
    • eine Möglichkeit, diesem Ganzen ein System hinzuzufügen, das zu lange Sendepausen erkennt und
    • dann ein Endlos Band herauswirft
    • ebenso einen Apparat, der automatisch alle Sendungen aufnimmt
    • für all diese Geräte Gebrauchsanweisungen
    • eine Raum (finanzielle Mittel für Miete für 1 Jahr), um alles vor Wind und Regen zu schützen
    • eine Person (finanzielle Mittel für Lohn), die sich um Störungen, Bedienungsfehler und Handwerkszeug kümmert und die erforderliche Geduld aufbringt, die täglichen Funktionsstörungen zu meistern
    • einen (gebrauchten) Kleinbus für die Kontakte zu den Menschen in den Dörfern
  10. Verwaltung:

    Der Rundfunksender soll verwaltet werden vom Gesetz des Aufnahmelandes, gemäß der Gründung und Existenz von nicht-lukrativen Gesellschaften, rechtlich anerkannt und mit einer Sendeerlaubnis.

    Der Ort unseres freiheitlichen Rundfunksenders soll von den Erbauern (Ingenieuren) bestimmt werden, die hierfür qualifiziert sind.

    Der Rundfunk bietet Raum, einen Standpunkt auszudrücken, wichtige Informationen zu vermitteln, öffentliche Erklärungen abzugeben für Dialoge ect. ...

    Am einfachsten ist es, das, was man erlebt, direkt und “brühwarm” zu erzählen.

    Für die afrikanischen Gemeinschaften ist der mündliche - im Vergleich zum schriftlichen --Austausch der direkteste und interaktivste.

Dieduonne Bwelongo-Kambilo

Director Projekt / Afrika